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Fuchs (Panzer)
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Der Transportpanzer Fuchs (TPz Fuchs) ist ein radgetriebener Transportpanzer aus deutscher Produktion. Er wurde von Thyssen-Henschel hergestellt (heute Rheinmetall). WĂ€hrend frĂŒhe Varianten schwimmfĂ€hig sind, wurde die SchwimmfĂ€higkeit spĂ€ter zugunsten einer höheren Nutzlast und/oder Panzerung aufgegeben.

Contents

‱ Technik
‱ Aufbau
‱ Bewaffnung
‱ TPz 1A7
‱ TPz 1A8
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Entwicklung

Die Entwicklung des Fuchs begann im Jahr 1961 und war ein Teil der geplanten zweiten Generation gelĂ€ndegĂ€ngiger gepanzerter Radfahrzeuge fĂŒr die deutsche Bundeswehr. Daimler-Benz erhielt 1962 den Auftrag zur Konzepterprobung. Im Jahr 1964 war die Studie mit den sechs Prototypen mit einem Gefechtsgewicht zwischen 7 und 10 Tonnen (Unimog SH, T) und den vom Schweizer Unternehmen Mowag entwickelten Fahrzeug fĂŒr den Schwimmbetrieb beendet. Im selben Jahr folgte ein neues Konzept mit neuen Anforderungen, entsprechend dem NATO-Standard aufgeteilt in die Nutzklassen 0,5, 2, 4, 7 und 10 Tonnen (t). Um das Projekt weiter realisieren zu können, unternahm die Bundeswehr den Versuch, die Fahrzeughersteller fĂŒr eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Über die Vereinigung Deutscher Automobilhersteller gelang es, die Firmen Henschel, BĂŒssing, KHD, Krupp und MAN unter Vertrag zu nehmen. Daimler-Benz beteiligte sich als Konkurrent 1966 an der Ausschreibung.

1968 stellten die beiden Bewerber ihre Prototypen vor. Ein Jahr spĂ€ter Ă€nderte die Bundeswehr ihre Anforderungen aus dem Jahr 1964 erneut und forderte nur noch einen gepanzerten gelĂ€ndegĂ€ngigen und schwimmfĂ€higen Transporter mit ABC-Schutz, einer Mindestnutzlast von zwei Tonnen und einer Gesamtnutzlast von vier Tonnen. In den Folgejahren wurde das Projekt weiterentwickelt. Daimler-Benz erhielt durch seine Version den Auftrag fĂŒr die Weiterentwicklung des Transportfahrzeuges (6×6) und den SpĂ€hpanzer 2 „Luchs“ fĂŒr die Ablösung der SpĂ€hpanzer Hotchkiss 11-2 und M41. Im Jahr 1973 konzentrierte man sich auf die weitere Entwicklung des Transportpanzers und erkannte die universellen Einsatzmöglichkeiten. Zehn Transportpanzer 1 wurden an das Bundesamt fĂŒr Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) fĂŒr die Truppenerprobung geliefert. Eine Studie zum Transportpanzer 2 (4×4) und leichtem SpĂ€hpanzer 3 (4×4) ließ man 1979 mit der Serienproduktion des Transportpanzers 1 durch Thyssen-Henschel in Kassel als Generalunternehmer fallen. Das amphibische Pionier-Erkundungsfahrzeug (APE) auf Basis der Studie Transportpanzer 2 kann heute in der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz besichtigt werden. Ein Modell mit einer 20-mm-Bordmaschinenkanone erreichte ebenfalls nicht die Serienreife.

Bis 1993 wurden 1031 Fahrzeuge an die Bundeswehr geliefert und ersetzten den SPz Hotchkiss und M113 in Teilen ihrer Funktion.

Technik

Der Fuchs 1 ist ein gepanzerter Radpanzer mit Allrad- und Schwimmantrieb. Er wird in den meisten Truppengattungen des deutschen Heeres eingesetzt und gilt durch seine Einbau- und RĂŒstsĂ€tze als Allrounder in der Bundeswehr fĂŒr den Transport von Material und Personen auf dem Gefechtsfeld. DarĂŒber hinaus werden einige der Transportpanzer auch als Schiedsrichterfahrzeug im GefechtsĂŒbungszentrum des Heeres genutzt.

Aufbau

Das Fahrzeug besteht aus einer selbsttragenden geschweißten Panzerwanne und Panzerglas mit Beschussblenden. Es ist teilgeschottet und bietet der Besatzung begrenzten Schutz gegen Handfeuerwaffen und Splitter. Die Wanne ist unterteilt in Fahrer-, Triebwerk- und Transportraum. Der Fahrerraum ist durch einen Kriechtunnel, der rechts am Triebwerkraum vorbeifĂŒhrt, mit dem Transportraum verbunden. Zum Schutz gegen ABC-Waffen verfĂŒgen alle Versionen ĂŒber eine ABC-SchutzbelĂŒftungsanlage mit einer Leistung von drei Kubikmetern pro Minute. FĂŒr Nachtfahrten verfĂŒgt der Fahrer ĂŒber ein RestlichtverstĂ€rker-FahrgerĂ€t, das sich anstelle des Winkelspiegels einsetzen lĂ€sst. Im Schwimmbetrieb wird der Panzer von zwei Propellern angetrieben. Der fĂŒr die Wasserfahrt benötigte Schwallschild lĂ€sst sich hydraulisch aufklappen.

Antrieb und Fahrwerk

UrsprĂŒnglich angetrieben wurde der Fuchs ohne Zusatzpanzerung von einem 8-Zylinder-Dieselmotor Mercedes-Benz OM 402A. Angeordnet in V-Form und mit zwei Abgasturboladern ausgestattet, leistet das Triebwerk bei einem Hubraum von 12.763 cmÂł 235 kW (320 PS) bei 2500/min. Das Triebwerk kann als kompakter Block von oberhalb des Fahrzeuges entnommen werden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 96 Kilometern pro Stunde (km/h) und kann kurzzeitig auf 130 km/h erhöht werden. Die Mindestgeschwindigkeit liegt bei vier km/h. Sein stĂ€ndiger Allradantrieb in Verbindung mit seinem Fahrwerk verleihen ihm im GelĂ€nde und auf der Straße eine hohe MobilitĂ€t und Fahrsicherheit. Seine zwei Lenkachsen ermöglichen ihm dabei einen Wendekreis von 17 Metern. Das Fahrwerk bietet eine Bodenfreiheit von 40 cm.

WĂ€hrend des Schwimmbetriebs ĂŒbernimmt der Kommandant die Steuerung aus der Beifahrerluke und bedient die zwei Ruderpropeller des Fuchs ĂŒber eine Art Joystick, den sogenannten „Schwimmgriff“, der ein Schwenken der Propeller um 360° ermöglicht. Angetrieben werden die Ruderpropeller ĂŒber ein Gelenkwellenzwischenlager der Antriebsverteiler. Die Drehzahl der gegenlĂ€ufigen Propeller ist proportional zur Motordrehzahl und wird vom Fahrer kontrolliert. Der Schwimmantrieb ermöglicht dem Fuchs eine Schwimmgeschwindigkeit von bis zu 10 km/h.

Fuchs Evolution (auch: Fuchs 2) ist eine Modernisierung von Rheinmetall, die u. a. auch den Antrieb betrifft. Die veralteten Motoren wurde durch aktuelle ersetzt, da Mercedes-Benz den Vertrieb fĂŒr die eigenen Motoren an MTU abgegeben hatte, wurde jetzt ein MTU 6V199 eingesetzt. Bei reduzierter Zylinderzahl, nur noch einem Turbolader und einem (zusĂ€tzlichen) LadeluftkĂŒhler blieb der Hubraum fast unverĂ€ndert (11.946 cmÂł), die Leistung stieg auf 335 kW (455 PS) bei 2300/min. Durch seine reduzierte BaulĂ€nge leistet der Motor einen Beitrag zu dem vergrĂ¶ĂŸerten Platzangebot im Fahrzeug, die Höchstgeschwindigkeit wird jetzt geringfĂŒgig höher mit 100 km/h angegeben.cite-ref-evo-1-0[1]

Bewaffnung

Die Bewaffnung des Fuchs ist vorwiegend zur Selbstverteidigung vorgesehen. So verfĂŒgen die Varianten der Bundeswehr ĂŒber maximal drei Maschinengewehre MG3 auf Freirichtlafette. Diese Variante kommt nur bei den Truppentransportern zur Anwendung. Das erste Maschinengewehr wird auf der Drehringlafette der Beifahrerluke montiert, ein weiteres an der hinteren Kampfluke sowie in AusnahmefĂ€llen eines auf der Kommandantenluke in der Fahrzeugmitte. Durch den theoretischen Richtbereich von 360° wird diese Möglichkeit jedoch selten genutzt.

Bei den Truppentransportern mit der Panzerabwehrwaffe MILAN sind lediglich zwei MG3 vorgesehen. Die Startanlage der MILAN wird an der Kommandantenluke installiert und ermöglicht so der Infanterie die BekÀmpfung gepanzerter Fahrzeuge. Alle anderen Varianten, ausgenommen die SanitÀtsfahrzeuge, besitzen mindestens ein MG3 auf der Beifahrerluke.

Zum Selbstschutz steht der Besatzung des Fuchs eine Nebelmittelwurfanlage mit sechs Wurfbechern zur VerfĂŒgung, um mit Nebel- bzw. Rauchgranaten das Fahrzeug der Sicht des Angreifers entziehen zu können.

FĂŒr die VerbĂ€nde der KrisenreaktionskrĂ€fte wurde seit dem Einsatz in Somalia 1993 an einem zusatzgepanzerten Fuchs mit 20-Millimeter-Kanone gearbeitet. AusgerĂŒstet mit einem Drehturm von Keller und Knappich Augsburg (KUKA) Wehrtechnik, heute ebenfalls Teil von Rheinmetall, und der Rh 202 von Rheinmetall verfĂŒgte der Fuchs-KRK ĂŒber eine annĂ€hernd gleiche Feuerkraft wie der SchĂŒtzenpanzer Marder und sollte die Aufgabe der Konvoibegleitung ĂŒbernehmen. Wegen technischer Schwierigkeiten und gravierender MĂ€ngel wurde das Projekt 1999 eingestellt.cite-ref-2[2]

Mit der Version 1A8 des Panzers wurde als alternative Bewaffnung auch die fernbedienbare Waffenstation FLW 200 von KMW zugelassen und kommt auf einigen Varianten zum Einsatz.

Elektronischer Schutz

Mit dem Einsatz in Bosnien und Afghanistan wurde die Gefahr durch Panzerabwehrminen und IED in den Vordergrund gerĂŒckt. Als Schutz vor IED wurden verschiedene Störsender integriert. Die im Englischen als „Jammer“ oder „Counter-IED“ bezeichneten Systeme dienen als Schutz gegen fernzĂŒndbare Sprengvorrichtungen.cite-ref-3[3] Die erste Generation war das CG-10-System mit BediengerĂ€t, drei verschiedenen Antennen und den Störsendern, welche auf den Frequenzen von VHF, UHF und GSM andere Signale mit Störstrahlung ĂŒberlagern. Ein weiteres GerĂ€t, das Cassidian CG-12-System, bildet eine Art elektromagnetische Glocke um das Fahrzeug und ergĂ€nzt das CG-10. Weiter kommt das CG-20+-System dazu, welches mit sieben Antennen auf den Frequenzen von HF, VHF, UHF und GSM bis 6000 MHz stört.

Varianten, AusrĂŒstung, RĂŒstsĂ€tze

Der Transportpanzer Fuchs kann mit verschiedenen EinbausĂ€tzen (EBS) oder RĂŒstsĂ€tzen (RS) an den jeweiligen Einsatzzweck angepasst werden. Durch die unterschiedlichen BasisausfĂŒhrungen (Standard, Funk, EloKa) und die verschiedenen Einbau- und RĂŒstsĂ€tze ergeben sich mehr als 90 denkbare Kombinationsmöglichkeiten.

Kampfwertsteigerungen

Seit der EinfĂŒhrung bei der Bundeswehr wurde der Fuchs mehrfach kampfwertgesteigert (KWS). Neben der Überholung der Fahrzeuge und der Materialerhaltung wurden die verschiedenen FĂŒchse aufgewertet. So waren die ersten Transportpanzer mit einem FunkgerĂ€t SEM 25/35 ausgestattet und wurden ab der UmrĂŒstung zum 1A4 mit der leistungsstĂ€rkeren FunkgerĂ€tefamilie SEM 80/90 ausgerĂŒstet. Andere Fahrzeuge erhielten zusĂ€tzlich das kryptofĂ€hige SEM 93 und werden als 1A6 gefĂŒhrt. Bei einer umfangreichen KWS zum Typ 1A7 erhielten einige Varianten des Fuchses unter anderem eine zusĂ€tzliche Panzerung. Im Rahmen der EinfĂŒhrung des TPz 1A8 im Jahr 2008 wurden, neben weiteren Aufpanzerungen fĂŒr ausgewĂ€hlte Fahrzeuge, auch andere Transportpanzer dieses Typs auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. So erhalten die SĂ€tze FĂŒhrungsfahrzeug, Gruppenfahrzeug Pioniere, Gruppenfahrzeug PanzeraufklĂ€rer und beweglicher Arzttrupp das FĂŒhrungs- und Informationssystem FAUST (FĂŒhrungsausstattung, taktisch) zur vernetzten OperationsfĂŒhrung und Einbindung in das bestehende System FĂŒInfoSys Heer der Bundeswehr.cite-ref-fuchs-1a8-a-4-0[4] DarĂŒber hinaus wurden 2008 vereinzelt die Transportpanzer mit einem Störsender (CG20) ausgestattet.

Die in der Bundeswehr genutzten Varianten sind:

TPz 1 Standard

Die Standardversion oder auch Grundmodell dient als Mannschaftstransportfahrzeug. Das Grundmodell kann mit folgenden Einbau- und RĂŒstsĂ€tzen ergĂ€nzt werden. Die SĂ€tze bestimmen die Anordnung der AusrĂŒstung in und auf dem Fahrzeug sowie die Fahrzeugbewaffnung. Äußerlich ist das Grundmodell an den glatten HecktĂŒren zu erkennen, da es ĂŒber kein Stromerzeugeraggregat (SEA) verfĂŒgt und der Auspufftopf fĂŒr das SEA 15 kW auf der linken Fahrzeugseite fehlt.

EBS PanzeraufklÀrungsgruppe/JÀgergruppe mit Panzerabwehrwaffe MILAN (KWS zum TPz 1A4)

Mit diesem Einbausatz wird der Fuchs als Mannschaftstransporter bei den Panzergrenadieren, GebirgsjĂ€gern, JĂ€gern, PanzeraufklĂ€rern und von der Deutsch-Französischen Brigade eingesetzt. Er umfasst acht SitzplĂ€tze, Halterungen fĂŒr Waffen und AusrĂŒstung der Soldaten und die Vorbereitung fĂŒr das Waffensystem MILAN.

EBS Gruppenfahrzeug Infanterie (KWS zum TPz 1A4)

Dieser Einbausatz entspricht dem EBS PanzeraufklÀrungsgruppe/JÀgergruppe, jedoch ohne MILAN-Vorbereitung.

EBS Gruppenfahrzeug Pioniere (KWS zum TPz 1A4)

Der EBS Gruppenfahrzeug Pioniere verĂ€ndert den Kampfraum des Fuchses zur Aufnahme einer Panzerpioniergruppe inklusive AusrĂŒstung und Waffen. So besitzt der Pi-Fuchs alle notwendigen Halterungen fĂŒr die GerĂ€tschaften und Kampfmittel der Pioniere. Äußerlich ist diese Variante an den zwei markanten BehĂ€ltern zur Aufnahme der S-Draht-Rollen auf dem Dach und dem zusĂ€tzlichen Schanzzeug am Fahrzeug zu erkennen.

EBS-FĂŒhrungs- und Funkfahrzeug mit und ohne 5-kW-Stromerzeugeraggregat

Das Grundmodell wird mit diesem EBS zu einem FĂŒhrungsfahrzeug. Das Fahrzeug verfĂŒgt ĂŒber drei Klappsitze, einen Klapptisch, ein Lagekartenbrett und vereinzelt ĂŒber ein tragbares Stromerzeugeraggregat. Äußerlich sind diese Fahrzeuge an dem Kurbelmast fĂŒr die Standantenne an der rechten Fahrzeugseite, mehreren Fahrzeugantennen des Typs FA-80 und den Halterungen fĂŒr die Kabelrollen auf dem Dach zu erkennen.

EBS PionierfĂŒhrungsfahrzeug

Das PionierfĂŒhrungsfahrzeug entspricht in der Ausstattung dem EBS-FĂŒhrungs- und Funkfahrzeug mit dem Unterschied, dass im Innenraum ein Tresor fĂŒr Sperrunterlagen und andere als geheim eingestufte Dokumente verbaut wurde. Der als PiFĂŒ-Fuchs bezeichnete Transportpanzer dient den Pioniereinheiten als Pioniererkunder auf Divisionsebene und als FĂŒhrungsfahrzeug fĂŒr den Kompaniechef und ZugfĂŒhrer auf Brigadeebene.

EBS SanitĂ€tsgruppe mit RaumkĂŒhlanlage (KWS zum TPz 1A4/A4A1)

Mit dem EBS wird der Fuchs zu einem gepanzerten Krankenkraftwagen (KrKw) ausgerĂŒstet. Mit ihm können bis zu vier liegende oder zwei liegende und vier sitzende Verwundete sowie ein SanitĂ€tssoldat zur Versorgung transportiert werden. Die Halterungen entsprechen dem NATO-Standard, was die Aufnahme entsprechenden GerĂ€ts anderer Armeen ermöglicht. GemĂ€ĂŸ der Genfer Konvention ist das Fahrzeug unbewaffnet.

RS Funktrupp Brigade Kommandeur mit HF-GerÀt 400 Watt

Der RĂŒstsatz ergĂ€nzt die Fuchs-FĂŒFu und wird von der PanzeraufklĂ€rungstruppe genutzt. Er unterscheidet sich nur durch eine weitere Antenne, das zusĂ€tzliche HF-FunkgerĂ€t und ein großes ausziehbares Stromerzeugeraggregat im Innenraum.

TPz 1A1A5 „Hummel“

Bereits zu Beginn der Projektierung des Fuchs in den 1970er-Jahren bestand die Forderung der Bundeswehr, dass eine Variante des neuen Transportpanzers fĂŒr die Fernmeldetruppe EloKa einen RĂŒstsatz fĂŒr die elektronische KampffĂŒhrung und -AufklĂ€rung mitfĂŒhren können sollte. Der Hummel unterscheidet sich Ă€ußerlich von der Standardvariante durch den fehlenden Schwallschild, die heruntergezogenen RadkĂ€sten im Heckbereich, die fehlenden Propeller, das Stromerzeugungsaggregat an der linken HecktĂŒr und den Antennenwald (Mehrfachantennenanlage Richtantenne LPU mit zwölf verschieden langen Stabantennen) auf dem Dach. In der Kabine ist der RĂŒstsatz Störsender EK 33 eingebaut, welcher im automatischen Mehrkanalstörbetrieb stört. Der Störsender des Hummel arbeitet dabei im Mehrkanal-Betrieb und wird gegen Sprach- und Datenverbindungen eingesetzt. Die Frequenz liegt im VHF-Bereich bei 20 bis 80 MHz und im UHF-Bereich bei 100 bis 500 MHz. Um dies zu betreiben, war der Einbau des SEA-15-kW-Stromaggregates notwendig. Im Jahre 2000 wurden die Fahrzeuge mit Cassidian SGS-2000-Störsendern nachgerĂŒstet. Seit 2007 wurde eine Kampfwertsteigerung (KWS-RMB) mit verbesserter Antennenanlage durchgefĂŒhrt. Diese Fahrzeuge werden als Hummel 0506 bezeichnet und sind zusĂ€tzlich mit einer VHF-BĂŒschelstörantenne, UHF-Discone-Empfangsantenne sowie einer GSM-Störantenne (900/1800 MHz) ausgerĂŒstet. Weiter ist in diesem RĂŒstsatz eine ausfahrbare VHF-LPD-Störantenne fĂŒr den Frequenzbereich zwischen 80 und 500 MHz am Heck angebracht. Im Inneren sind weiter ein 2000-Watt-HF-LeistungsverstĂ€rker und zwei zusĂ€tzliche VHF-FunkgerĂ€te SEM80/90 nachgerĂŒstet worden.

TPz 1A1 EloKa „Peiler“

Dieser Fuchs ist wie der Hummel Ă€ußerlich am fehlenden Schwallschild, den heruntergezogenen RadkĂ€sten im Heckbereich, den fehlenden Propellern und der ausfahrbaren Peilfunk-Antenne erkennbar. Das HF/VHF-AufklĂ€rungsgerĂ€t wird zum Anpeilen von Sendern genutzt. Der „Peiler“ verfĂŒgt ĂŒber eine auf zwölf Meter ausfahrbare Mastanlage auf dem Fahrzeugdach. Das von der Firma EADS entwickelte System ermöglicht den Empfang des Truppenfunks im Frequenzbereich von zehn Kilohertz (kHz) bis zu 40 Gigahertz. Seit 2007 verfĂŒgt die Bundeswehr ĂŒber einen kampfwertgesteigerten Peiler (KWS-RMB) mit verbesserter Antennenanlage.

TPz 1A2/A5 Funk

Die Transportpanzer in der BasisausfĂŒhrung Funk wurden mit speziellen Funk-RĂŒstsĂ€tzen ausgestattet. Die Varianten verfĂŒgen teilweise ĂŒber ein 5-kW-Stromerzeugeraggregat (SEA) in der linken HecktĂŒr oder ĂŒber eine RaumkĂŒhlanlage. Mit der EinfĂŒhrung der FunkgerĂ€te SEM 80/90 tragen die Varianten die Bezeichnung TPz Fuchs 1A5. Äußerlich sind diese Varianten an dem kastenförmigen Anbau anstelle der linken HecktĂŒr und den fehlenden Auspufftopf fĂŒr das SEA 15 Kilowatt (kW) auf der linken Fahrzeugseite zu erkennen.

EBS-FĂŒhrungs- und Funkfahrzeug FĂŒFu mit 5-kW-SEA

Diese Variante wird zum FĂŒhren der eigenen Truppen verwendet. Im Gegensatz zum FĂŒFu des Grundmodells besitzt diese Variante ein fest eingebautes Stromerzeugeraggregat in der linken HecktĂŒr, um den erhöhten Stromverbrauch der Funk- und Sendeanlage im Stand sicherzustellen. DarĂŒber hinaus ist er mit einem Kurbelmast fĂŒr die Standantenne ausgestattet und verfĂŒgt im Innenraum ĂŒber Klapptische, mehrere FunkgerĂ€te (mindestens drei) und ein Lagekartenbrett.

RS PARA RASIT, PanzeraufklÀrungsradar mit 5-kW-SEA

Der Fuchs mit dem RĂŒstsatz PanzeraufklĂ€rungsradar RASIT wird von der PanzeraufklĂ€rungstruppe (seit 2007 Teil der HeeresaufklĂ€rungstruppe) eingesetzt. Er dient den SpĂ€htrupps als UnterstĂŒtzung beim AufklĂ€ren des Gefechtsfeldes am Tag, in der Nacht und bei eingeschrĂ€nkter Sicht. Dazu verfĂŒgt der im Truppenjargon genannte PARA-Fuchs ĂŒber das französische AufklĂ€rungsradar DR PT 2a RASIT (Radar d’Acquisition et de Surveillance IntermĂ©diaire), das auf- und abgesetzt genutzt werden kann. Eingebaut in der Fahrzeugmitte, kann die Radarantenne durch drei Spindeltriebe bis zu 1,80 Meter ĂŒber die Fahrzeugoberkante ausgefahren werden und ermöglicht so das AufklĂ€ren von einzelnen Personen auf Entfernungen bis zu 6000 Metern, von Personengruppen bis zu 8000 Metern und von Fahrzeugen sowie Hubschraubern auf Entfernungen bis zu 20.000 Metern. Weiterhin verfĂŒgt das Fahrzeug ĂŒber eine Fahrzeugnavigationsanlage und einen Zielwegschreiber, mit dem Ziele und deren Wege in eine Karte eingetragen werden.

Vor der EinfĂŒhrung der RASIT-Anlage diente das Gefechtsfeldradar TPS 33a als Zwischenlösung. Die Anlage war in der Lage, einzelne Personen in einer Entfernung von 1500 Metern aufzuklĂ€ren, wobei Fahrzeuge auf bis zu 18.000 Metern Entfernung erfasst werden konnten.

RS-FĂŒhrungs- und Funkfahrzeug fĂŒr FlugabwehrfĂŒhrung (FĂŒFuFlaFĂŒ), ohne 5-kW-SEA

Der FlaFĂŒ Fuchs basiert auf dem Grundmodell des Transportpanzers und besitzt neben dem Einbausatz FĂŒFu den zusĂ€tzlichen RĂŒstsatz FlugabwehrfĂŒhrung (FlaFĂŒ) fĂŒr das Heeresflugabwehr-AufklĂ€rungs- und GefechtsfĂŒhrungssystem (HFlaAFĂŒSys). Eingesetzt wurde das Fahrzeug von der Heeresflugabwehrtruppe und dient der FĂŒhrung der Gepard. Bis zu deren Auflösung wurden auch die mit Roland ausgerĂŒsteten Flugabwehrregimenter der Korps damit gefĂŒhrt. Der RĂŒstsatz FlaFĂŒ ergĂ€nzt die Ausstattung um Halterungen fĂŒr zusĂ€tzliche FunkgerĂ€te, Feuerleitinstrumente und Antennen. Äußerlich sind diese Fahrzeuge an den rechteckigen DachkĂ€sten und dem SEA-Ă€hnlichen Staukasten an der linken HecktĂŒr zu erkennen.

TPz 1A3/A6 (ABC-SpĂŒrpanzer)

Die ersten im Februar 1988 gelieferten ABC-SpĂŒrpanzer (im Truppenjargon als „SpĂŒrfuchs“ bezeichnet) basieren auf dem TPz 1A3 (Standard) mit SEM 25/35 und sind in der Lage, radioaktive und chemische Kontamination direkt vor Ort festzustellen. Der Nachweis von biologischen Waffen ist nicht möglich und beschrĂ€nkt sich auf die Probennahme.

Die SpĂŒrausstattung wurde als RĂŒstsatz integriert, dazu wurde das Heck zur Aufnahme der ABC-SpĂŒrsonde mit einem Erker und einer verkleinerten Heckluke versehen. Dies ermöglicht Probennahmen, Analyse und Markierung unter ABC-Vollschutz. Das HerzstĂŒck der SpĂŒrausstattung ist neben einem GeigerzĂ€hler das SpĂŒrgerĂ€t MM-1, ein miniaturisiertes Massenspektrometer kombiniert mit einem Gaschromatographen. Im Einsatz können bis zu 22 Stoffe kontinuierlich nebeneinander detektiert werden, wobei die Messgenauigkeit bis zu einer Konzentration von unter einem Milliardstel Gramm (Nanogramm) in 30 Sekunden reicht. Durch geeignete DatensĂ€tze können sowohl Kampfstoffe als auch Umweltgifte gemessen werden. Das Massenspektrometer wird von der Firma Bruker Daltonics in Leipzig produziert.cite-ref-5[5]

Der SpĂŒrfuchs besitzt drei Betriebsarten, um Proben zu sammeln. Beim LuftspĂŒren kann das GelĂ€nde schnell durchfahren werden, wĂ€hrend Außenluft angesaugt und dem AnalysegerĂ€t zugefĂŒhrt wird. Eine wesentlich langsamere Möglichkeit ist das BodenspĂŒren. Hierbei nehmen zwei absenkbare BodenspĂŒrrĂ€der am Fahrzeugheck mögliche Kampfstoffe auf und werden abwechselnd an den Messkopf des MM1 gefĂŒhrt. FĂŒr eine genauere ÜberprĂŒfung benutzt die Besatzung das PunktspĂŒren, bei dem die ausfahrbare Sonde am Fahrzeugheck eingesetzt wird. Durch eine Grifföffnung können außerdem mittels eines Handschuhs manuell Proben genommen und in einem BehĂ€lter außerhalb des Fahrzeugs verstaut werden. Markierungen zur Warnung vor einer Kontamination werden ebenfalls durch diese Öffnung abgesetzt.

Mit der UmrĂŒstung auf das SEM 80/90 in den Jahren 1993/1994 wurden einige ABC-SpĂŒrpanzer einer Leistungssteigerung unterzogen. Die als A6 ABC bezeichneten Fahrzeuge erhielten eine Fern-Orientierungs-Anlage auf der Basis von TrĂ€gheitsnavigation und Karten, wĂ€hrend die als A6A1 ABC (KWS) bezeichneten Fahrzeuge einen Sensormast, das SEM 90/93 und GPS erhielten. DarĂŒber hinaus wurden die Probeentnahme und Lagerung fĂŒr B-Proben verbessert.

Um auch die Erkennung biologischer Kampfstoffe zu ermöglichen, plante Thyssen-Henschel 1994 ein mobiles Biolabor. Das als BIRD (Biological Identification Refinemet Device) bezeichnete Labor war in einer speziellen Kabine untergebracht und auf dem zweirĂ€drigen StandardanhĂ€nger der Bundeswehr verlastet. Als Zugfahrzeug sollte der SpĂŒrpanzer dienen. Seit 2002 bewirbt Rheinmetall Landsysteme auf ihrer Webseite den in Entwicklung befindlichen Bio-SpĂŒrfuchs. Er soll die FĂ€higkeitslĂŒcke schließen und in der Lage sein, durch genetische als auch immunologische Verfahren biologische Kampfstoffe nachzuweisen.cite-ref-6[6]

TPz 1A7

Die als 1A7 bezeichneten Transportpanzer wurden mit einer modularen Schutzausstattung (MSA) zusĂ€tzlich gepanzert und sind mit der FunkgerĂ€tefamilie SEM 80/90 sowie teilweise mit RaumkĂŒhlanlagen ausgestattet. Insgesamt erhielten 124 Fahrzeuge diese UmrĂŒstung.cite-ref-7[7] Sie sind vorwiegend in den AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr zu finden.

Die Schutzausstattung besteht aus der adaptierten Zusatzpanzerung vom Typ MEXAS auf den AußenflĂ€chen, einem Splitterschutz im Innenraum (dem sogenannten Spall-Liner) und einen erweiterten Minenschutz im Bodenbereich des Fahrzeugs. Der Lafettenschutz (nicht bei SanitĂ€tsfahrzeugen) ist nicht Bestandteil der Schutzausstattung, kann aber als RĂŒstsatz auf jedem Fuchs montiert werden. Die Fahrzeuge wurden zudem mit einem stĂ€rkeren 6-Zylinder-Triebwerk von Mercedes-Benz ausgestattet. Durch diese UmrĂŒstungen wurden die Fahrzeuge um rund drei Tonnen schwerer und ĂŒberschreiten die erlaubte Fahrzeugbreite. Ebenfalls waren alle zusatzgepanzerten Fahrzeuge fĂŒr den Schwimmbetrieb gesperrt.

Von Juli 2003 bis Ende 2006 verĂ€nderte Rheinmetall Landsysteme die Transportpanzer Fuchs 1A7 erneut. Dies war notwendig, da aufgrund des erhöhten Gesamtgewichtes bei einigen Varianten ein Ende der Straßenzulassung drohte. Im Rahmen dieses Änderungspaketes 1 erhielten alle Fahrzeuge FahrwerksverstĂ€rkungen, elektrohydraulische TĂŒrbetĂ€tigungsvorrichtungen, eine RaumkĂŒhlanlage und weitere Minenschutzplatten in den mittleren und hinteren RadkĂ€sten. Der Schwimmantrieb und der Schwallschild wurden hingegen entfernt, wodurch die Transportpanzer 1A7 endgĂŒltig ihre SchwimmfĂ€higkeit verloren. Durch diese Maßnahmen konnten die bestehenden BetriebseinschrĂ€nkungen aufgehoben und darĂŒber hinaus eine Nutzlastreserve geschaffen werden.

Die UmrĂŒstung zum MSA-Fuchs erstreckte sich auf die folgenden Varianten:

‱ EBS PanzeraufklĂ€rungsgruppe/JĂ€gergruppe mit Panzerabwehrwaffe MILAN
‱ EBS Gruppenfahrzeug Pioniere
‱ EBS PionierfĂŒhrungsfahrzeug
‱ EBS SanitĂ€tsgruppe mit RaumkĂŒhlanlage
‱ Datenverarbeitung, FĂŒhrungsunterstĂŒtzung Vereinte Nationen, bewegliche Befehlsstelle (UN-Ausstattung)

TPz 1A8

Im MĂ€rz 2008 erhielt die Bundeswehr das erste von insgesamt 21 Fahrzeugen (fĂŒnf Krankenkraftwagen, zwei FĂŒhrungs- und Funkfahrzeuge, drei Pionierfahrzeuge und elf Gruppenfahrzeuge)cite-ref-8[8] mit einem verbesserten Schutz gegen Minen und improvisierte Sprengfallen (engl. Improvised Explosive Devices (IED)). Die als „Einsatzbedingter Sofortbedarf (ESB)“ beschafften Fahrzeuge wurden bis Juni 2008 ausgeliefert.cite-ref-9[9] Zu den wesentlichen Änderungen gegenĂŒber der Variante 1A7 zĂ€hlen StrukturĂ€nderung der Wannen im Bodenbereich durch weitere Minenschutzplatten und Zwischenböden, Entkoppelung der Sitze vom Boden, VerstĂ€rkungen in den RadkĂ€sten durch Panzerstahl-Formteile, weitere TĂŒrverstĂ€rkungen, verĂ€nderte Scheibenaufnahmen in den TĂŒren und zusĂ€tzlicher Stauraum sowie VerstĂ€rkungen im Außenbereich.cite-ref-fuchs-1a8-a-4-1[4]

Im Juli 2010 vereinbarten Rheinmetall Defence und das BWB in einem Vertrag die UmrĂŒstung weiterer 65 Tpz Fuchs auf den RĂŒststand A8. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 61 TpZ Fuchs auf diesen RĂŒststand aufgerĂŒstet worden, so dass sich ab 2012 insgesamt 126 Fuchs A8 im Bestand befanden. Sie basieren auf UmrĂŒstungen des Typ Fuchs A7.cite-ref-10[10] Im April 2013 unterzeichneten der VizeprĂ€sident des Bundesamts fĂŒr AusrĂŒstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und Rheinmetall MAN Military Vehicles den Vertrag zur Schutzverbesserung an 25 weiteren Transportpanzern. Damit werden bis Anfang 2016 insgesamt 162 Transportpanzer vom Typ 1A8 in 16 Varianten fĂŒr die Nutzung durch die Truppe zur VerfĂŒgung stehen.cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]

Im Dezember 2016 erhielt Rheinmetall einen Folgeauftrag fĂŒr die UmrĂŒstung weiterer 90 Fahrzeuge, die ab 2017 ausgeliefert werden sollen und damit den Bestand der 1A8-Fuchs-Varianten bis Ende 2020 auf 267 erhöht.cite-ref-13[13] Die 1A8-Varianten sind:

‱ TPz 1 A8A1 DVFĂŒ (DatenfernĂŒbertragung)
‱ TPz 1 A8A2 SanBAT (Beweglicher Arzttrupp)
‱ TPz 1 A8A3 PzAufKlGrp (EBS PanzeraufklĂ€rungsgruppe)
‱ TPz 1 A8A3A1 PzAufKlGrp mit FLW 200
‱ TPz 1 A8A4 PiGrp (EBS Gruppenfahrzeug Pioniere)
‱ TPz 1 A8A5 FĂŒFu EOD (FĂŒhrungs- und Funkfahrzeug Kampfmittelbeseitigung)
‱ TPz 1 A8A6 PARA (PARA RASIT, PanzeraufklĂ€rungsradar)
‱ TPz 1 A8A7 ABC (ABC SpĂŒrpanzer)
‱ TPz 1 A8A8 KpfmRTrp (KampfmittelrĂ€umtrupp)
‱ TPz 1 A8A9 JFSCT (Joint Fire Support Coordination Team)
‱ TPz 1 A8A10 KpfmBesTrp (Kampfmittelbeseitigungstrupp)
‱ TPz 1 A8A11 BrdSchtzTrp (Brandschutztrupp)
‱ TPz 1 A8A12 GRCP (German Route Clearance Package, Bedienerfahrzeug)
‱ TPz 1 A8A13 KAI (KampfmittelaufklĂ€rung und -identifizierung mit Manipulatorarm zum Verifizieren und Greifen von verdĂ€chtigen Objekten/Kampfmitteln)cite-ref-14[14]
‱ TPz 1 A8A14 FĂŒhrungs- und Feuerleitstelle StreitkrĂ€ftegemeinsame Taktische FeuerunterstĂŒtzung
‱ TPz 1 A8A15 Wettergruppe (Wetterdatenermittlung und -auswertung) StreitkrĂ€ftegemeinsame Taktische FeuerunterstĂŒtzung
‱ TPz 1 A8A16 Funktrupp mit Hochfrequenz-FunkgerĂ€t der HRM-7400-Reihe
‱ TPz 1 A8A17 Störsender CG20+

Nach Aussage des damaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr, Eberhard Zorn, verfĂŒgte die Bundeswehr Anfang Juli 2022 ĂŒber insgesamt 825 Panzer Fuchs in unterschiedlichen AusfĂŒhrungen.cite-ref-15[15]

Verwendung und Export

Der ABC-SpĂŒrpanzer („SpĂŒrfuchs“) erwies sich als Exportschlager. So wurde er an die Vereinigten Staaten (Fox NBCRS, spĂ€ter M93A1), das Vereinigte Königreich, die Niederlande (Koninklijke Landmacht), die TĂŒrkei, Saudi-Arabien (StreitkrĂ€fte), Kuwait (StreitkrĂ€fte), Israel und Venezuela verkauft. Zwei weitere Fahrzeuge aus BundeswehrbestĂ€nden wurden fĂŒr vier Jahre ab 2004 an Norwegen vermietet. Norwegen beabsichtigte, insgesamt sechs Fahrzeuge zu kaufen, die 2010 in der Ausbaustufe des 1A8cite-ref-16[16] von Rheinmetall gefertigt wurden.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]

Im Jahre 1991 wurden 36 gebrauchte ABC-SpĂŒrpanzer fĂŒr einen Preis, der dem Zehnfachen des Neupreises entsprach, nach Saudi-Arabien verkauft. Da der damalige Produzent der Fahrzeuge, die Thyssen Industrie Henschel AG, in Lieferschwierigkeiten geriet, wurden die Verantwortlichen des Heeres vom Verteidigungsministerium angehalten, die Fahrzeuge aus dem Bestand der Bundeswehr bereitzustellen. Den Verkauf organisierte der WaffenhĂ€ndler Karlheinz Schreiber, der Schmiergelder an Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums zahlte, um den Export zu beschleunigen. Der damals fĂŒr den Export verantwortliche VerteidigungstaatssekretĂ€r Ludwig-Holger Pfahls (CSU) wurde 2005 nach fĂŒnfjĂ€hriger Flucht wegen Vorteilsnahme und Steuerhinterziehung rechtskrĂ€ftig zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Ereignisse um diesen Export bilden eine Episode in der CDU-SpendenaffĂ€re und schrĂ€nkte die ABC-AbwehrfĂ€higkeit der Bundeswehr ein, weil die verkauften Fahrzeuge den eigenen Truppen nicht mehr zur VerfĂŒgung standen und wegen der LieferengpĂ€sse beim Hersteller nicht zeitnah ersetzt werden konnten.cite-ref-19[19]

Im Herbst 2004 wurde bekannt, dass aus den BestĂ€nden der Bundeswehr 20 Fuchs-Transportpanzer an den Irak geliefert werden sollten. Deutschland wollte mit den Fahrzeugen den Wiederaufbau unterstĂŒtzen, aber das Vorhaben wurde nicht umgesetzt. Regierungssprecher BĂ©la Anda sagte im Februar 2005 dem Handelsblatt: „Das ist offenkundig so, weil es keinen Bedarf mehr gibt auf Seiten der Iraker.“ Die Lieferung sei nicht an der deutschen Seite gescheitert: „Deutschland wĂ€re weiter dazu bereit gewesen, die ‚FĂŒchse‘ zu liefern.“cite-ref-20[20] Die Bundesregierung (Kabinett Merkel II) genehmigte 2011 den Verkauf von 54 Transportpanzern im Wert von 195 Millionen Euro an Algerien.cite-ref-21[21]

Einsatzerfahrungen in Afghanistan

In Afghanistan wurde der TPz Fuchs wiederholt zum Ziel von Angriffen und AnschlĂ€gen.cite-ref-22[22] Am 16. November 2008 wurden bei einer IED-Explosion zwischen Kundus und Masar-e Scharif ein Soldat schwer und ein weiterer leicht verwundet.cite-ref-23[23] Bei dem Fuchs (RĂŒstsatz CG20) handelte es sich um ein Fahrzeug des EloKaBtl 932 aus dem hessischen Frankenberg.cite-ref-24[24] Am 29. April 2009 wurde ein deutscher Soldat getötet, als bei Kundus eine Patrouille in einen Hinterhalt geriet und dabei ein Fuchs (Einbausatz JĂ€gergruppe) von einer RPG-Panzerabwehrwaffe getroffen wurde. Der Soldat des JĂ€gerbataillons 292 befand sich bei diesem Vorfall am Heck-MG. Vier weitere Soldaten wurden dabei verwundet.cite-ref-25[25] Am 23. Juni 2009 wurden drei deutsche Soldaten bei Kampfhandlungen nahe Kundus getötet, als ihr Fahrzeug mit Handfeuerwaffen und PanzerfĂ€usten beschossen wurde. Man geht davon aus, dass die Besatzung eventuell ertrunken ist bzw. sich beim Sturz in einen Graben mit dem Fahrzeug tödlich verletzt hat. Radikal-islamische Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.cite-ref-26[26] Am 25. Mai 2011 fiel ein deutscher Soldat, als bei Char Darrah, Provinz Kundus, sein Transportpanzer Fuchs in eine Sprengfalle geriet.cite-ref-27[27]

Verworfene Planungen

Der TPz Fuchs wird in der Variante EBS-Gruppenfahrzeug, Infanterie- und EBS-FĂŒhrungs- und Funkfahrzeug seit 2009 durch den GTK Boxer ersetzt. Als Version (Para) mit dem PanzeraufklĂ€rungsradar Rasit sollte der Fuchs durch den ATF Dingo mit dem neuen Radarsystem BÜR abgelöst werden, was jedoch nicht eingefĂŒhrt wurde. Aufgrund seiner ZuverlĂ€ssigkeit und Beliebtheit bei der Truppe sowie fehlenden Alternativen bei bestimmten Varianten werden die letzten Fahrzeuge nach letzter Planung noch ĂŒber 2025 hinaus im Einsatz bleiben.[veraltet]

Die Finanzierung eines Fuchs-Nachfolgers im Rahmen einer Beteiligung am von Finnland gefĂŒhrten Common Armoured Vehicle System (CAVS) sollte durch das im Juni 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 eingerichteten Sondervermögen Bundeswehr in Höhe von einhundert Milliarden Euro finanziert werden;cite-ref-28[28] das Projekt wurde jedoch Ende Oktober 2022 wieder aus dem Sondervermögen herausgenommen.cite-ref-29[29] Im Februar 2024 berichtete das Handelsblatt, der Fuchs bei der Bundeswehr werde aller Voraussicht nach ersetzt durch den Patria 6×6 des gleichnamigen finnischen RĂŒstungskonzerns.cite-ref-30[30]

Fuchs Evo (Fuchs 2)

Der Fuchs 2 ist eine Weiterentwicklung von Rheinmetall Landsysteme. Äußerlich Ă€hnelt er dem Fuchs 1, jedoch wurde er einigen Leistungssteigerungen unterzogen. So besitzt er eine von vier auf neun Tonnen erhöhte Zuladung und ein auf 25 Tonnen erhöhtes ZulĂ€ssiges Gesamtgewicht, einen Euro-III-Dieselmotor von MTU mit 335 kW (455 PS), einen gerĂ€umigeren und ergonomisch verbesserten Kampfraum (bei der Hochdachvariante mit einer Innenraumhöhe von jetzt 1,60 m), ein digitales Bordnetz, eine Reifendruckregelanlage und ein verbessertes Bremssystem mit ABS. Die Panzerung kann durch eine modulare Bauweise an das jeweils notwendige Schutzkonzept angepasst werden.cite-ref-evo-1-1[1]

Im Oktober 2007 schloss die US Army einen Vertrag zur AufrĂŒstung von vorlĂ€ufig 18 ihrer 123 Fuchs-1-Panzer ab. Auch fĂŒr die Bundeswehr war die AufrĂŒstung von 37 Fahrzeugen auf Fuchs 2 vorgesehen.cite-ref-31[31] Das Vorhaben wurde zugunsten des Kampfwertsteigerungsprogramms des Fuchs 1 nicht umgesetzt.

Ein weiterer Nutzer sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach einem internationalen Vergleich entschied sich die Föderation im Februar 2005 zum Kauf von 32 Fahrzeugen. Rheinmetall lieferte bis 2009 16 SpĂŒrpanzer fĂŒr atomare und chemische Kampfstoffe, acht SpĂŒrpanzer fĂŒr biologische Kampfstoffe und acht Fuchs 2 als bewegliche Befehlsstelle. Die Gesamtkosten betrugen 160 Millionen Euro und beinhalten AusbildungsunterstĂŒtzung und technische Hilfe.cite-ref-32[32] Nachdem 2014 bereits Fuchs-1 Panzer nach Algerien geliefert wurden, bestellte Algerien im Februar 2024 insgesamt 980 Fuchs-2-Panzer im Wert von 2,7 Milliarden Euro, die bei einer Rheinmetall-Tochterfirma bis 2028 in Algerien hergestellt werden sollen.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]

Siehe auch
Literatur

‱ Karl Anweiler, Rainer Blank: Die Rad- und Kettenfahrzeuge der Bundeswehr: 1956 bis heute. 1. Auflage. Weltbild, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-5331-X, S. 279–284.
‱ Lutz-Reiner Gau, JĂŒrgen Plate, Jörg Siegert: Deutsche MilitĂ€rfahrzeuge: Bundeswehr und NVA. Motorbuch, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02152-8.
‱ Jochen Vollert: Fuchs – Der Transportpanzer TPz-1 der Bundeswehr. Entwicklung – Varianten – Technik – Einsatz. Tankograd, Trogen 2002, ISBN 3-936519-00-5.
‱ Ralph Zwilling: SpĂŒrfuchs – Das Nuclear-Biological-Chemical-Reconnaissance System M93 Fox – Dokumentation (= Kit MilitĂ€r Modell Journal. Nr. 6/2002). NMC NĂŒrnberger Modell-Literatur GmbH, NĂŒrnberg 2002, DNB 023265477, S. 38–41.

Weblinks

Commons

: Transportpanzer 1 Fuchs

– Album mit Bildern

‱ TPz Fuchs beim Hersteller Rheinmetall

Einzelnachweise

cite-note-evo-11. ↑ Rheinmetall: Der Transportpanzer Fuchs Evolution
cite-note-22. ↑ KRK Fuchs: Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 14/52, Anlage 6; Anfrage von Werner Siemann CDU/CSU an das BMVg. [pdf]
cite-note-33. ↑ Ernst-Reinhard Beck, CDU BundeswehrfĂŒhrung hat auf das Problem der Sprengfallen angemessen reagiert
cite-note-fuchs-1a8-a-44. ↑ Rheinmetall Defence: Modernisierter Fuchs mit umfassendem Schutz vor Minen und IED (Memento vom 1. Januar 2009 im Internet Archive) Stand vom 31. Oktober 2008.
cite-note-55. ↑ Technische UniversitĂ€t Hamburg-Harburg: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Matz im Ruhestand Umweltmesstechnik (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
cite-note-66. ↑ bits.de: Alexander Richter; Stichwort: SpĂŒrpanzer Fuchs.[Stand vom 21. Mai 2008]
cite-note-77. ↑ Antwort der Bundesregierung vom 19. Dezember 2006 auf eine kleine Anfrage u. a. der FDP-Fraktion im Bundestag. Abgerufen am 9. April 2009.
cite-note-88. ↑ Defence Professionals: Fox Reloaded – When a look back is a step forward. (Memento vom 21. September 2011 im Internet Archive)
cite-note-99. ↑ Bundesamt fĂŒr Wehrtechnik und Beschaffung: Erster Transportpanzer FUCHS mit verbessertem Minen- und IED-Schutz an die Truppe ĂŒbergeben. [Stand vom 21. Mai 2008]
cite-note-1010. ↑ @1@2Vorlage:Toter Link/www.bwb.orgTpZ Fuchs auf BW org. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2018. Suche in Webarchiven)
cite-note-1111. ↑ Weiterer Vertrag zur Verbesserung des Schutzes beim Transportpanzers 1 FUCHS unterzeichnet. Bundesamt fĂŒr AusrĂŒstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, 25. April 2013, abgerufen am 3. Mai 2013.
cite-note-1212. ↑ Bundeswehr erhĂ€lt weitere hochgeschĂŒtzte Fuchs 1A8 Fahrzeuge von Rheinmetall – Auftragswert 36 MioEUR (Memento vom 1. Juli 2013 im Webarchiv archive.today)
cite-note-1313. ↑ Rheinmetall erhĂ€lt Großauftrag der Bundeswehr ĂŒber hochgeschĂŒtzte Fuchs-Panzer im Wert von 135 MioEUR
cite-note-1414. ↑ Dorothee Frank: Fuchs KAI an die Bundeswehr ausgeliefert. In: ESUT – EuropĂ€ische Sicherheit & Technik. 8. Mai 2020, abgerufen am 9. Mai 2020 (deutsch).
cite-note-1515. ↑ Generalinspekteur: Abgabe von Transportpanzern derzeit nicht möglich. 6. Juli 2022, abgerufen am 19. Juli 2022.
cite-note-1616. ↑ rheinmetall-defence.com Zukunftsorientierte ABC-AufklĂ€rung – ABC-SpĂŒrsystem Fuchs, Bio-SpĂŒrfuchs (Memento vom 28. November 2010 im Internet Archive), ... Als Variante mit maximalem Eigenschutz wird der ABC-Fuchs 1A8 aktuell fĂŒr die norwegischen StreitkrĂ€fte gefertigt ...; abgerufen am 28. November 2010.
cite-note-1717. ↑ Rheinmetall Defence Sechs SpĂŒrfĂŒchse fĂŒr die Niederlande (Memento vom 7. Dezember 2007 im Internet Archive); ... weitere Systeme sind u. a. in Deutschland, Norwegen, Großbritannien und in Saudi-Arabien in Nutzung ... abgerufen am 30. Oktober 2010.
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cite-note-1919. ↑ Alexander Richter: Stichwort: SpĂŒrpanzer Fuchs. Berliner Informationszentrum fĂŒr Transatlantische Sicherheit, 2002. online
cite-note-2020. ↑ handelsblatt.com:Deutschland liefert keine „Fuchs“-Panzer an Irak (Memento vom 17. April 2016 im Internet Archive) [4. Februar 2005]
cite-note-2121. ↑ RĂŒstungsgeschĂ€fte Algerien will deutsche Panzer bauen. Spiegel Online, abgerufen am 11. November 2012.
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cite-note-2525. ↑ bmvg.de
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cite-note-2929. ↑ Thomas Wiegold: Nach Rechnungshof-Kritik: Weniger Projekte im Bundeswehr-Sondervermögen. In: augengeradeaus.net. 28. Oktober 2022, abgerufen am 30. Oktober 2022.
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cite-note-3434. ↑ Martin Murphy, Roman Tyborski: Rheinmetall baut weitere Fuchs-Panzer in Algerien. Handelsblatt, 2. Februar 2024, abgerufen am 18. Juni 2024.